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Buchbesprechungen (1. Auflage August 2005)
• Allgäuer Zeitung
• IG-Klettern Infos
Jetzt gibt es endlich einen
Sportkletterführer, der diesen Namen verdient. Er enthält sage
und schreibe 51 Gebiete aus den Regionen Oberallgäu, Ostallgäu
und Reutte. Damit kann das Buch - zumindest was die offiziellen Gebiete
angeht - guten Gewissens als vollständig gewertet werden. Diejenigen
Gebiete, die in dem Führer fehlen, wären bei einer Veröffentlichung
von einer Sperrung bedroht, hier waren den Autoren also die Hände
gebunden.
Umso überzeugender
fällt die Beschreibung der verbleibenden Gebiete aus. Besonders stechen
dabei die Topos von Ulrich Röker hervor, die schon fast als kleine
Kunstwerke gelten können. Auf einem ähnlich hohen Niveau befinden
sich die allgemeinen Beschreibungen der Felsen und der Zustiege. Damit
sollte es keine Probleme mehr geben, die einzelnen Felsen zu finden.
Lob verdient
Immer wieder ein Thema unter
Kletterern sind die Schwierigkeitsbewertungen der einzelnen Routen. Hier
gibt es durchaus die eine oder andere Tour, die in den Werken der Konkurrenz
anders bewertet wird. Ein klares Indiz dafür, dass die Röker-Brüder
einen großen Teil der bewerteten Touren selbst geklettert sind und
sich schon damit einiges an Lob verdient haben.
So gibt es nach dem noch
sehr bodenständig gemachten Büchlein von Hartmut Wimmer vor vielen
Jahren endlich wieder einen Führer, der der steigenden Bedeutung des
Allgäus in der Sportkletter-Szene gerecht wird.
Ulrich und Harald Röker:
Allgäu-Rock, Sportkletterführer Oberallgäu, Ostallgäu,
Reutte/Tirol, GEBRO Verlag,
ISBN 3-938680-02-4, 21,80
Euro
Link: Original-Artikel im Internet
++ Buchbesprechung aus „infos IG-Klettern“ 2/2006 Seite 26 ++
Allgäu-Rock
Der neue Sportkletterführer
von Ulrich und Harald Röker beschreibt vollständig die Sportklettermöglichkeiten
im Oberallgäu, Ostallgäu und nahe liegendem Tirol um Reutte.
„Sportklettern im Allgäu?
Für viele keine Selbstverständlichkeit, denn mit dem Allgäu
werden meist alpine Unternehmungen in zweifelhaftem Gelände verbunden...“.
So beginnt das Vorwort der Brüder Röker in ihrem neuen Führer.
Und sind wir ehrlich, das Allgäu ist nun wirklich nicht als Sportkletterparadies
bekannt.
Aber doch sind in den letzten
Jahren einige durchaus schmucke Kletterfelsen erschlossen worden und Touren
wie Illuminati und Andiamo geschaffen durch die Brüder Bindhammer
am Rottachberg, der elfte Grad auch im Allgäu angekommen.
Der neue Röker ist
in drei Hauptregionen aufgeteilt, das Oberallgäu, die Region Füssen
und die Region Reutte/Tirol. Man höre und staune, aber insgesamt 51
Wände und Felsen machen diesen Führer zur wohl vollständigsten
und aktuellsten Sammlung an Sportklettermöglichkeiten im Allgäu.
Dabei ist sehr wohl auch kinderfreundliches wie der Klettergarten Rieden
bei Reutte oder die Burgberger Platten am Grünten. Kinder- und familienfreundliche
Kletterfelsen sind durch entsprechende Symbole im Führer gekennzeichnet
und somit schnell zu finden.
Ihre Besteben sei es, genaue
und auch als Buch wertvolle Topoführer zu gestalten, die dem Anwender
ein einfaches Auffinden der Felsen ermöglichen und schon bei der Planung
des Klettertages helfen, den Felsen vor sich zu sehen, wie er tatsächlich
ist. So beschreiben die Autoren auf ihrer Webseite www.gebro-verlag.de
den Anspruch. Entstanden ist ein ausführliches Werk, welches mit 192
Seiten noch in jeden Rucksack passt. Die meisten Felsen sind als Schwarzweißfoto
abgebildet, was das Auffinden oft wesentlich erleichtert. Alle Routen sind
in Topos erfasst, die mit viel Liebe zum Detail gezeichnet sind und alle
vorhandenen Sicherungen zeigen. Die verwendeten Symbole sind eindeutig
und sehr hilfreich. In der Routenliste ist jede Route kurz in ihrem Charakter
beschrieben. Zu allen Felsen gibt es eine allgemeine Beschreibung mit Zufahrt,
Zugang, Gestein und Allgemeinem, so dass der Sportkletterer sich schnell
einen Überblick verschaffen kann. Ergänzt sind die sachlichen
Beschreibungen durch Kletterfotos, die direkt Lust auf den Allgäuer
Fels machen.
Da es sich um einen Sportkletterführer
handelt, haben die Autoren bewusst alpine Sportklettereien, wie im Tannheimer
Tal ausgelassen. So finden sich im Führer hauptsächlich 1- und
2- Seillängenrouten während 4- oder 5-Seillängen wie am
Rossberg oder Füssener Wändle eher eine Seltenheit sind. Aber
mit insgesamt 1195 beschriebenen Routen von Schwierigkeitsgrad 2 bis 11
ist genügend Betätigungspotential für Kletteraspiranten
vorhanden.
Ein gelungenes Werk, welches
erstmals alle Sportklettermöglichkeiten des südlichen Allgäus
übersichtlich zusammenfasst. Empfehlenswert.