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Buchbesprechungen (1. Auflage August 2005)
Allgäuer Zeitung
IG-Klettern Infos



++ 19.10.2005, Allgäuer Zeitung ++
Neuer Führer für Sportkletterer
51 Gebiete im ganzen Allgäu
Von Andreas Ellinger
Immenstadt - Schon wieder ein neuer Kletterführer fürs Allgäu, mag sich so mancher wundern, der das neue Werk von Ulrich und Harald Röker in den Händen hält. Gab es doch erst im vergangenen Jahr zwei neue Bücher zum Thema Klettern in der Region. Doch der Führer von Günter Durner und Michael Albert war zwar gelungen, befasste sich aber (neben anderen Regionen) nur mit dem Ostallgäu. Und das Büchlein aus dem Panico-Verlag war leider mit zahlreichen Fehlern gespickt und schon vor der Drucklegung veraltet.

Jetzt gibt es endlich einen Sportkletterführer, der diesen Namen verdient. Er enthält sage und schreibe 51 Gebiete aus den Regionen Oberallgäu, Ostallgäu und Reutte. Damit kann das Buch - zumindest was die offiziellen Gebiete angeht - guten Gewissens als vollständig gewertet werden. Diejenigen Gebiete, die in dem Führer fehlen, wären bei einer Veröffentlichung von einer Sperrung bedroht, hier waren den Autoren also die Hände gebunden.
Umso überzeugender fällt die Beschreibung der verbleibenden Gebiete aus. Besonders stechen dabei die Topos von Ulrich Röker hervor, die schon fast als kleine Kunstwerke gelten können. Auf einem ähnlich hohen Niveau befinden sich die allgemeinen Beschreibungen der Felsen und der Zustiege. Damit sollte es keine Probleme mehr geben, die einzelnen Felsen zu finden.

Lob verdient

Immer wieder ein Thema unter Kletterern sind die Schwierigkeitsbewertungen der einzelnen Routen. Hier gibt es durchaus die eine oder andere Tour, die in den Werken der Konkurrenz anders bewertet wird. Ein klares Indiz dafür, dass die Röker-Brüder einen großen Teil der bewerteten Touren selbst geklettert sind und sich schon damit einiges an Lob verdient haben.
So gibt es nach dem noch sehr bodenständig gemachten Büchlein von Hartmut Wimmer vor vielen Jahren endlich wieder einen Führer, der der steigenden Bedeutung des Allgäus in der Sportkletter-Szene gerecht wird.

Ulrich und Harald Röker: Allgäu-Rock, Sportkletterführer Oberallgäu, Ostallgäu, Reutte/Tirol, GEBRO Verlag,
ISBN 3-938680-02-4, 21,80 Euro
 

Link: Original-Artikel im Internet


++ Buchbesprechung aus „infos IG-Klettern“ 2/2006 Seite 26 ++

Allgäu-Rock

Der neue Sportkletterführer von Ulrich und Harald Röker beschreibt vollständig die Sportklettermöglichkeiten im Oberallgäu, Ostallgäu und nahe liegendem Tirol um Reutte.
„Sportklettern im Allgäu? Für viele keine Selbstverständlichkeit, denn mit dem Allgäu werden meist alpine Unternehmungen in zweifelhaftem Gelände verbunden...“. So beginnt das Vorwort der Brüder Röker in ihrem neuen Führer. Und sind wir ehrlich, das Allgäu ist nun wirklich nicht als Sportkletterparadies bekannt.
Aber doch sind in den letzten Jahren einige durchaus schmucke Kletterfelsen erschlossen worden und Touren wie Illuminati und Andiamo geschaffen durch die Brüder Bindhammer am Rottachberg, der elfte Grad auch im Allgäu angekommen.
Der neue Röker ist in drei Hauptregionen aufgeteilt, das Oberallgäu, die Region Füssen und die Region Reutte/Tirol. Man höre und staune, aber insgesamt 51 Wände und Felsen machen diesen Führer zur wohl vollständigsten und aktuellsten Sammlung an Sportklettermöglichkeiten im Allgäu. Dabei ist sehr wohl auch kinderfreundliches wie der Klettergarten Rieden bei Reutte oder die Burgberger Platten am Grünten. Kinder- und familienfreundliche Kletterfelsen sind durch entsprechende Symbole im Führer gekennzeichnet und somit schnell zu finden.
Ihre Besteben sei es, genaue und auch als Buch wertvolle Topoführer zu gestalten, die dem Anwender ein einfaches Auffinden der Felsen ermöglichen und schon bei der Planung des Klettertages helfen, den Felsen vor sich zu sehen, wie er tatsächlich ist. So beschreiben die Autoren auf ihrer Webseite www.gebro-verlag.de den Anspruch. Entstanden ist ein ausführliches Werk, welches mit 192 Seiten noch in jeden Rucksack passt. Die meisten Felsen sind als Schwarzweißfoto abgebildet, was das Auffinden oft wesentlich erleichtert. Alle Routen sind in Topos erfasst, die mit viel Liebe zum Detail gezeichnet sind und alle vorhandenen Sicherungen zeigen. Die verwendeten Symbole sind eindeutig und sehr hilfreich. In der Routenliste ist jede Route kurz in ihrem Charakter beschrieben. Zu allen Felsen gibt es eine allgemeine Beschreibung mit Zufahrt, Zugang, Gestein und Allgemeinem, so dass der Sportkletterer sich schnell einen Überblick verschaffen kann. Ergänzt sind die sachlichen Beschreibungen durch Kletterfotos, die direkt Lust auf den Allgäuer Fels machen.
Da es sich um einen Sportkletterführer handelt, haben die Autoren bewusst alpine Sportklettereien, wie im Tannheimer Tal ausgelassen. So finden sich im Führer hauptsächlich 1- und 2- Seillängenrouten während 4- oder 5-Seillängen wie am Rossberg oder Füssener Wändle eher eine Seltenheit sind. Aber mit insgesamt 1195 beschriebenen Routen von Schwierigkeitsgrad 2 bis 11 ist genügend Betätigungspotential für Kletteraspiranten vorhanden.
Ein gelungenes Werk, welches erstmals alle Sportklettermöglichkeiten des südlichen Allgäus übersichtlich zusammenfasst. Empfehlenswert.