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Inhalt • Content1 - Bachtelweiher * 2 - Seltmans * 3 - Hinterkirche * 4 - Hohe Brücke * 6 - Weinberg * 7 - Burgberger Platten * 8 - Grauer Stein * 10 - Starzlachklamm Nebenfels * 11 - Stuhlwand * 12 - Nasse Wand * 13 - Freggelstein * 14 - Rossberg 15 - Starzlachwinkel * 16 - Wertacher Klettergarten * 17 - Steinköpfle
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* Gebiete, die im Kletterführer Allgäu-Rock (3. Auflage August 2008) enthalten sind • areas can be found in the guidebook Allgäu-Rock (3rd edition August 2008)
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Nachdem ich dieses Jahr recht selten am Rottachberg zum Klettern war, musste ich nun vor kurzem mit Erstaunen feststellen, was sich diesen Sommer so alles verändert hat. Sicher, das Gestein hier ist recht weich, aber dass innerhalb etwa 3er Monate nahezu sämtliche Routen im Bereich 9+ bis 10 plötzlich neue oder deutlich verbesserte Griffe aufweisen, das ist nicht auf einfaches gelegentliches Griffeputzen mit der Zahnbürste zurückzuführen!
Weshalb manche Zeitgenossen Routen nicht in dem Zustand akzeptieren können, in dem sie diese vorfinden, wird wohl immer ein Rätsel bleiben.
Jedenfalls wurden am Rottachberg durch intensives "Putzen" - in manchen Routen muss ich leider sogar von Griffmanipulationen mit festen Gegenständen sprechen - einige Routen in ihrem Gesamtcharakter drastisch verändert. Dass dadurch natürlich auch die Schwierigkeit eine andere geworden ist, muss jedem klar sein! Griffe manipulieren ist einfach Selbstbetrug und sonst nichts!
Folgende Routen sind betroffen:
Das Huhn (10-)
Hier wurde im Schlüsselzug eine Seitzange leicht aufgeschlagen. Neuer Schwierigkeitsgrad: 9+
Kombination aus Geisterstunde-Tanz der Geister (10-)
Nach dem Ruhepunkt von Tanz der Geister wurde mit einem neu "entstandenen" Seithenkel die komplette obere Schlüsselpassage DEUTLICHST entschärft. Aus einer harten 9er Passage wurde irgend was im 8ten Grad, so dass diese Route nun deutlich leichter ist, als sie original begangen wurde. Das besonders traurige dabei ist, dass damit auch Tanz der Geister deutlich leichter wird. Neuer Schwierigkeitsgrad: ca. 9+
Tanz der Geister (10)
In der ersten Schlüsselpassage tauchen immer wieder neue Griffvariationen auf, die früher definitiv nicht vorhanden waren! Leute, wenn ihr die Routen klettern wollt, wie sie Euch im Führer beschrieben werden, dann klettert sie einfach so, wie sie sind. Wenn das nicht geht, dann geht es halt nicht. Dann einfach neue Griffe herausputzen, was mit etwas Geduld selbst mit einer Zahnbürste am Rottachberg jederzeit möglich ist, ist unsportlich und außerdem unfair gegenüber denjenigen, die diese Routen mühevoll und mit viel Liebe und Engagement erstbegangen haben!
Nach dem Ruhepunkt sind die bereits in der Kombination beschriebenen Veränderungen eingetreten. Damit muss man zusammenfassend festhalten, dass aus einer Route, die aus einer 10-/10 sowie einer anschließenden 9/9+ mit mäßigem Ruhepunkt bestand, hauptsächlich durch die neue Ausstiegspassage etwa im Bereich 8+ die Gesamtschwierigkeit nur noch bei ca. 10-/10, evtl sogar bei 10- liegt.
Geisterstunde (9+)
Hier entstanden bereits im letzten Jahr wunderbarerweise im Einstiegsbereich und in der Schlüsselpassage neue Sloperzangen, die beide Züge deutlich verändern. Das Original ist eine der schönsten Routen in diesem Grad, daher ist es ziemlich unverständlich, dass hier Manipulationen vorgenommen werden, um diese Routen auf das eigene Können bzw. Nicht-Können zurechtzutrimmen.
Schlumpfparade (9+/10-)
Ebenfalls im letzten Jahr hat
sich hier im Bereich der oberen Schlüsselstelle einiges verändert. Neue
Griffe, Griffe etwas größer, einfach so, dass der vorher obligatorische
weite Schlüsselzug mit klein-klein Greifen entschärft werden kann. Im Einstiegs-Bereich
sind einige Griffe auch deutlich besser geworden. War diese Route früher
hart an der Grenze zur 10-, muss man jetzt um eine Zurückstufung bereits
in den Bereich 9+ bangen!
Basica (11-)
Hier wurde offensichtlich im unteren Bereich eine neue Leiste herausgeputzt (diese war vorhanden, jedoch in der bestehenden Form nicht zu halten). Mit dieser kann der untere schwere Teil von Basica komplett anders geklettert werden. Aus 6 richtig schweren Zügen werden 4 Züge, von denen nur noch einer richtig schwer ist. Die erste Passage bis zum Großen Griff, die im Original etwa im Bereich 10/10+ liegt, wird damit etwa zu einer 10-. Damit kann sich jeder selbst überlegen, was damit dieser Route angetan wurde und welchen Grad er noch klettert. 11- ist das dann auf jeden Fall nicht mehr.
Da die Gesteinsqualität in diesem relativ neuen Konglomeratgebiet zunächst recht zweifelhaft erscheint, war es zunächst fraglich, ob hier überhaupt vernünftig geklettert werden kann.
Das Einrichten der Routen hat sich in der Tat dann auch etwas abenteurlich gestaltet. Da in dem löchrigen, weichen und sehr speziellen Konglomerat (völlig anders als am Rottachberg) keine Expansionsbohrhaken vernünftig halten, mussten die Routen sofort mit Klebehaken versehen werden. Dass es in solch einem extrem steilen Gelände nicht ganz einfach ist, die exakt richtige Hakenposition zu finden, ohne die Kletterstellen vorher wirklich probieren zu können, ist sicherlich einleuchtend. Zusätzlich bereitete es oft Schwierigkeiten, dass an der an sich perfekten Position der Fels nicht genügend Festigkeit aufweist.
Kurz und gut, in den momentan eingerichteten Routen sind alle Hakenpositionen sorgfältig ausgesucht und in der Regel wurden kurze Abstände gebohrt. Auf jeden Fall sollten in den Routen immer alle Haken eingehängt werden und niemals an einem einzelnen Haken abgebaut werden. Man weiß nie, wie sich die Felsbeschaffenheit mit der Zeit verändert. Eine heute feste Felspartie kann im nächsten Frühjahr durch Frostsprengung bereits weniger stabil sein.
Verwendet wurden in den Routen ausschließlich 100 mm Klebehaken von Salewa sowie 150 mm Klebehaken von Bolt-Produkts. Die ersten Routen wurden mit Schnellzement geklebt, der unempfindlicher gegen Staub und Nässe im Loch ist. Später wurde nur noch mit Epoxyacrylat-Kleber gearbeitet, der höhere Klebekräfte aufweist und bei dem auch Feuchtigkeit keine Beeinträchtigung darstellt.
In den Zustiegsbereichen der Routen wurden 80 mm Hilti Gerüstösen verwendet, die mit Schnellzement verankert wurden. Der Fels in diesen Bereichen ist auch nicht besonders stabil, daher sollten diese Haken niemals als Sturzsicherung gesehen werden, sondern ausschließlich als Zustiegshilfe zu den eigentlichen Einstiegen!
Um mehr Klarheit über die tatsächlichen Haltekräfte der Haken in diesem besonderen Gestein zu erhalten, hat sich Jim Titt von Bolt-Products (externer Link) freundlicherweise bereit erklärt, zu einem Hakentest von München ins schöne Allgäu zu kommen. Die Haken wurden mit Epoxy-Kleber in einem großen Felsblock am Wandfuß angebracht, der in seiner Gesteinsbeschaffenheit vergleichbar mit sehr schlechten Partien an der Wand selbst ist. Alle Haken in der Wand selbst sind in besserem Gestein positioniert (abgesehen von den Haken in den Zustiegsbereichen)!
Getestet wurden mehrere Hakentypen, im Folgenden eine kurze Zusammenfassung über die Ergebnisse der hier verwendeten Haken:
Ein kompletter Testbericht in Englisch
gibt es hier als PDF:
Testbericht Hinang
(720 KB)
Testergebnis der verwendeten Hakentypen:
Radialer Test (Norm-Anforderungen EN959 sind 25 kN):
Bolt-Products 6x150 mm: 45,2 kN
Salewa 8x100 mm: 26 kN
Hilti-Gerüstöse 12x80 mm: 11 kN
Axialer Test (Norm-Anforderungen EN959 sind 15 kN):
Bolt-Products 6x150 mm: 23,2 kN
Salewa 8x100 mm: Es war kein weiterer Testhaken für einen axialen Test zur Verfügung
Hilti-Gerüstöse 12x 80 mm: 12 kN
Wie der komplette Testbericht zeigt, ist die Festigkeit der Haken stark von der inneren Beschaffenheit der Felspartie abhängig. So kann zum Beispiel ein mittig durchbohrter Kiesel innen im Fels die Haltekraft dramatisch erhöhen (z. B. axialer Test Hilti 12x80 mm).
Fazit:
Die verwendeten Hakentypen in den Routen selbst wiesen bei dem Test ausreichende Haltekräfte auf und erfüllten die Norm ausnamslos. Da die Haken in den Routen durchweg in besserem Gestein sitzen, als der Testfels aufzuweisen hatte, ist hier mit noch besseren Haltekräften zu rechnen.
Einzig die Haken in den Zustiegsbereichen dürfen keinesfall als Sicherungshaken gesehen werden, sondern dienen lediglich der sichereren Fortbewegung bis zu den eigentlichen Einstiegen.
Für zukünftige Routen sollten ebenfalls ausschließlich Hakenlängen von mindestens 100 mm verwendet werden, deutlich besser noch sind Längen von 150 mm! Zusätzlich müssen die Hakenpositionen äußerst sorgfältig auf Festigkeit geprüft werden!
Die neue Regelung hier lautet: Der Weg und damit der Zugang zum Fels ist in der Zeit vom 15.12.-15.03. jeden Jahres gesperrt.
Vorsicht in der Route "Super fit"! Hier fehlen die ersten Bohrhaken, der erste Haken steckt nun in ca. 12 m Höhe!!!
Außerdem ist der Fels im Bereich "Super fit" bis "Supernase" mittlerweile deutlich brüchiger geworden, viele lose Schuppen und Blöcke drohen bereits bei Berührung auszubrechen!
An dem Fels, der direkt am Weg liegt, fehlen in den rechten beiden Routen Bohrhaken! Diese sind anscheinend mit einer Schuppe ausgerissen.
Außerdem ist einiges Gestein locker. Besonders in der zweiten Route von rechts sind viele wacklige Blöcke, die man tunlichst nicht belasten sollte!
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